24. Juni 2003
Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 

„Schutzlücken" im Schwangerschaftskonfliktgesetz
Reform des § 218 gefordert 

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) hat auf ihrer Tagung am 24. Juni 2003 in Berlin eine Reform des § 218 gefordert. Von „Schutzlücken" für den Lebensschutz des Ungeborenen Kindes in der gesetzlichen Ausgestaltung des Konzepts der Beratungsregelung und
auch bei der Festlegung des Inhalts und der Organisation der Beratung sprach Bundesverfassungsrichterin a.D., Prof. Dr. Karin Graßhof. Des weiteren habe der Gesetzgeber es unterlassen, den an dem beratenen Schwangerschaftsabbruch notwendig beteiligten Arzt in das Schutzkonzept einzubeziehen. Der Arzt dürfe schon nach Berufsethos den Abbruch, den die Frau nach der gesetzlichen Formulierung „verlangt", nicht einfach vollziehen, sondern muss ihn nach seinem ärztlichen Selbstverständnis verantworten. Dazu gehört u. a., dass er sich die  Gründe der Frau für den Abbruch darlegen läßt, merkte die ehemalige Bundesverfassungsrichterin in ihrem Referat: „Verfassungsrechtliche Grundlagen der Regelung des Schwangerschaftsabbruchs – Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts v. 28. Mai 1993" vor der Tagung der Gynäkologischen Gesellschaft an. 

Weiter verwies Sie darauf, daß die später vom Gesetzgeber des  jetzt geltenden Gesetzes vorgenommene Verschmelzung von medizinischer und embryopathischer Indikation deutlich zu Lasten des Lebensschutzes des behinderten menschlichen Lebens gehe, was aber nicht auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zurückzuführen sei..

Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe „Reform der Pränataldiagnostik - Forderungen an die Medizin und den Gesetzgeber" und die Abstracts der Vorträge der Tagung vom 24. Juni 2003 finden Sie unter den folgenden Links:

reform01:  Reform der Pränataldiagnostik - Forderungen an die Medizin und den Gesetzgeber - Abstracts der Vorträge vom 24.06.03 - (PDF - 151 KB)

reform02:  Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik - Positionspapier der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. - (PDF - 1,2 MB) bei A1/218
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